Alles begann vor rund einem Jahr, als die Gültigkeit meiner Krankenkassenkarte ablief. Natürlich wurde mir automatisch eine neue geschickt und da ich noch als Familienmitglied mitversichert war kam der Brief auf den Namen meiner Mutter. Soweit war noch alles in Ordung, auf der neuen Karte war mein Nachname allerdings falsch geschrieben. Statt den Doppel-s tauchte ein ß auf, obwohl der Empfänger auf dem Briefkopf und der Nachname auf meiner alten Karte richtig geschrieben war.
Als jemand der schon viele Programmierverbrechen gesehen hat denkt man natürlich an Programmroutinen die Eingaben in etwa so umwandeln: ae -> ä, ss -> ß, usw. Das dabei aus Michael zum Beispiel Michäl wird ist nebensächlich, denn ich habe genau solchen Code vor nicht all zu langer Zeit gesehen. Also wurde diese Sache geklärt und ich bekam eine neue Karte mit dem richtigen Namen geschickt.
Anfang diesen Jahres rief ein DAK Mitarbeiter an und informierte mich darüber, dass ich aus der Familienversicherung herausfallen würde und mich in Zukunft selbst versichern müsste. Also willigte ich ein mir direkt die Antragsformulare zuzuschicken, denn ich sah keinen zwingenden Grund nicht weiter bei der DAK zu bleiben.
Einige Tage später war auch C4 Umschlag mit den versprochenen Unterlagen im Briefkasten. Das Antragsformular war bereits zur Hälfte mit meinen Daten ausgefüllt (selten eine so perfekte Handschrift gesehen). Alles war korrekt und ich musste nur noch meine Kontoverbindung eintragen, unterschreiben und konnte es zurückschicken.
Der Hammer kam einige Zeit später mit dem "Willkommen bei uns"-Schreiben. Sie hatten es doch tatsächlich geschafft meinen Namen wieder mit ß zu schreiben, trotz korrekt ausgefülltem Antrag und korrekter alter Daten. Der darauf folgende Anruf gewährte weitere Einblicke in den Verwaltungswasserkopf einer öffentlichen Krankenkasse. Meine Karte würde auch falsch bedruckt kommen, das wäre nun nicht mehr aufzuhalten. Es könne nun nichts getan werden. Ich solle die Karte dann zurückschicken und mich nochmal melden.
DaimlerChrysler
streicht 6000 Jobs im Management- und Verwaltungsbereich um Kosten zu sparen. Natürlich hat man eine solche Meldung bisher noch von keiner Krankenkasse gehört, es geht ja nicht an die eigene Brieftasche.
Update:
Ich bin offensichtlich nicht der einzige, der sich über den Verwaltungswasserkopf ärgert. Florian Holzhauer hatte ein ähnlich
erleuchtendes Erlebnis.
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