Wer kennt das nicht. Nach dem Urlaub werden Fotos am Bildschirm bestaunt und es dauert nicht lange bis das kollektive Kopfkippen nach rechts oder links beginnt. Glücklicherweise haben inzwischen sogar Handykameras Neigungssensoren eingebaut, womit die Elektronik die Ausrichtung in den EXIF Daten eines Bildes speichern kann. Somit ist es für ein Ausgabegerät möglich das Foto anhand dieser Daten wieder richtig herum auf den Bildschirm zu bringen. Der Bildbetrachter beispielsweise gqview kann die Fotos so schon vor der Anzeige drehen. Allerdings wirkt sich dies nur auf die Darstellung aus und die gespeicherten Fotos behalten ihre Ausrichtung. Da nicht alle Bildbetrachter so eine Funktion enthalten will man natürlich das gespeicherte Material zurecht rücken. Dabei ist zu bedenken, dass JPEG ein verlustbehaftetes Format ist und das Laden, Drehen und erneute Speichern zur Qualitätsminderung führen würde. Glücklicherweise wurden solche Fälle von der Joint Photographic Experts Group bei der Entwicklung des Formats bedacht. Aus diesem Grund wurden einige spezielle verlustfreie JPEG Operationen definiert wie z.B. drehen um vielfache von 90° und das Beschneiden eines Bildes um vielfache von 16 Pixeln. Das Verarbeitende Programm muss diese JPEG Operationen allerdings explizit unterstützen, sonst werden in der Regel verlustbehaftete Operationen durchgeführt. Genug der Theorie, hier die Linux Praxis:
Unter Gentoo befinden sich alle hier genannten Tools im Paket media-libs/jpeg. Das Programm jpegtran unterstützt besagte JPEG Operationen und kann die Bilder wie gewünscht drehen. Es empfiehlt sich außerdem immer den Parameter -copy all zu verwenden, damit die EXIF Daten erhalten bleiben. Allerdings stimmt nun die in den EXIF Daten gespeicherte Ausrichtung nicht mehr. Diese kann man dann mit dem Tool jpegexiforient und dem Parameter -1 auf Normalausrichtung setzen. Das ganze ist natürlich automatisierbar und mit dem Skript exifautotran umgesetzt. Zunächst wird die Ausrichtung gelesen, dann richtig gedreht und zum Schluss wird im EXIF Teil wieder die Normalausrichtung gesetzt. Ein exifautotran *.jpg entlastet also die Nackenmuskulatur während des Fotoabends.
Update: unter Ubuntu heißt das entsprechende Paket libjpeg-progs
Sonntag, 13. Januar 2008
Gedreht
Geschrieben von Uwe Weissenbacher
um
13:57
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